Nosferatour

2,94 km

43 Min.

10 m

20 m

4 m

Ein Filmklassiker feiert 2022 seinen 100. Geburtstag!

Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens ist ein deutscher Spielfilm von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922.

Der Stummfilmklassiker ist eine – nicht autorisierte – Adaption von Bram Stokers Roman Dracula und erzählt die Geschichte des Grafen Orlok (Nosferatu), eines Vampirs aus den Karpaten, der in Liebe zur schönen Ellen entbrennt und Angst und Schrecken über ihre Heimatstadt Wisborg bringt.

Wisborg ist eine fiktive norddeutsche Stadt am Meer, viele der Außenaufnahmen wurden in Lübeck und Wismar gedreht. Nosferatu gilt als einer der ersten Vertreter des Horrorfilms und übte mit seiner visuellen Gestaltung einen großen Einfluss auf das Genre aus – ganz ohne Computertechnik! Zugleich gilt das Werk mit seiner dämonischen Hauptfigur und seiner traumartigen, gequälte Seelenzustände spiegelnden Inszenierung als eines der wichtigsten Werke des Kinos der Weimarer Republik. Der Film sollte nach einem verlorenen Urheberrechtsstreit 1925 vernichtet werden, überlebte aber in unzähligen Schnittversionen und ist heute in mehreren restaurierten Fassungen verfügbar.

Einige der Schauplätze, an denen die Außenaufnahmen in Lübeck vor mittlerweile hundert Jahren entstanden sind, kannst du noch heute entdecken.

Begib dich zum Start deiner Spurensuche an das Ufer der Obertrave. Hier hast du einen schönen Blick auf die historischen Salzspeicher, die im Mittelalter für die Lagerung des „weißen Goldes“ genutzt wurden. So nannte man früher das Salz aus Lüneburg und der Saline in Bad Oldesloe, das gewinnbringend in den gesamten Ostseeraum exportiert wurde. Im Film dienten die damals schon alten Salzspeicher als Kulisse für das halbverfallene Gemäuer, das der dämonische Graf Orlok in Wisborg als sein neues Zuhause erwirbt, um seiner Ellen nahe zu sein.

Heute kannst du die restaurierten Salzspeicher bei einem Einkaufsbummel durch das Modehaus Heick & Schmaltz von innen erkunden.

Übrigens: Die historischen Salzspeicher in Lübeck sind gleich zweimal zum Schauplatz von Dreharbeiten zu „Nosferatu“ geworden, denn auch Teile von „Nosferatu – Phantom der Nacht“ mit Klaus Kinski (Regie: Werner Herzog, 1979) wurden hier gedreht.
Wenn du am Traveufer weiter in Richtung Süden läufst, gelangst du zum nächsten Nosferatu-Drehort. Biege links in die Straße mit dem Namen „Depenau“ ab. Diese Straße wurde im Film als Arbeitsweg von Ellens Ehemann Thomas Hutter dargestellt und auch die Szene, in der die Särge der Pest-Toten durch die Straße getragen wurden, wurde hier gedreht. Leider wurden viele historische Häuser der „Depenau“ im Zweiten Weltkrieg 1942 fast vollständig zerstört.

Von der Straße „Depenau“ aus, gelangst du über den „Durchgang“ in die „Marlesgrube“ von welcher du dann in Richtung Obertrave gehst. Dort angekommen biegst du nach links ab und folgst der Obertrave nach Süden. Kurz nachdem du an der „Dankwartsgrube“ vorbeigelaufen bist, biegst du links in den „Rosen Hof“ ein und startest deine eigene kleine Gängetour.

Die Gänge stammen noch aus dem 14. Jahrhundert und sind Teil des Lübecker UNESCO Welterbes. Der zu dieser Zeit aufblühende Handel führte zu Platzmangel und Wohnungsnot, sodass neuer Wohnraum geschaffen werden musste. Hierfür wurden sogenannte „Buden“ in den Hinterhöfen errichtet, die durch einen schmalen Gang (einen Durchbruch durch die Vorderfronten der Häuser) erreichbar waren. Heutzutage sind noch rund 90 der ehemals 180 erbauten Gänge und Höfe erhalten und können besichtigt werden.

Die Gängetour beinhaltet neben dem „Rosen Hof“ auch den „Kalands Gang“ und den „Heynaths Gang“. Nach der Besichtigung der Gänge geht es vom „Heynaths Gang“ nach links in die „Hartengrube“. Am Ende der Straße (an der Ecke „Parade“) geht es weiter geradeaus in den „Domkirchhof“. Hier besteht die Möglichkeit den Dom zu besichtigen.
Anschließend biegst du in die Straße „Fegefeuer“ und kannst dann einen Abstecher nach rechts in die „Hölle“ machen. Nachdem du die „Hölle“ wieder verlassen hast und wieder nach rechts auf „Fegefeuer“ abgebogen bist, überquerst du die „Mühlenstraße“ und folgst der „St.-Annen-Straße“. Das Museumsquartier St. Annen ist auf jeden Fall eine Besichtigung wert und hat Wissbegierigen und Kunstliebhaber:innen einiges zu bieten. Ein Stückchen weiter befindet sich das Café „Konvent“, das nur eines der vielen Cafés und Restaurants ist, die zum Speisen einladen. Links geht es weiter in die „Aegidienstraße“ und zur St. Aegidien Kirche, die ebenfalls besichtigt werden kann. Diese sollte als Drehort in der Eröffnungsszene eine Rolle spielen, allerdings konnte sich der Kirchenvorstand mit Murnaus Idee nicht anfreunden, sodass er alternativ auf die Marienkirche in Wismar auswich.

Im Aegidienkirchhof nahe der St. Aegidien Kirche befindet sich die Außenkulisse von Hutters Haus, die bis heute noch sehr gut erhalten ist. Es handelt sich um eine in der Renaissance entstandene Häuserreihe, die auch heute noch bewohnt ist. Bitte nicht wundern: Im Film werden Hutters Haus und Graf Orloks Anwesen als Nachbar-Grundstücke dargestellt, was aber nicht der Realität entspricht. Im Film fällt der Blick durch Ellens Schlafzimmerfenster direkt auf die eigentlich gut 800m entfernten Salzspeicher – die Schnitttechnik macht’s möglich.

Von der „Aegidienstraße“ aus gehst du zurück zur „St.-Annen-Straße“ und dann weiter auf „Balauerfohr“. In dieser Straße befindet sich die Galerie „Kontrapost“, die nur eine der zahlreichen Lübecker Galerien ist. Anschließend biegst du links in die „Hüxstraße“ ab und findest ein großes Angebot an Cafés, Restaurants, Galerien und vielen kleinen individuellen Geschäften. Empfehlenswert ist hier das „Kaffeehaus“, das nicht nur Kaffee, sondern auch eine Vielfalt an Kuchen anbietet. Die „Nudelbude Pasta Manufaktur“, die zum Restaurant „Miera“ gehört, bietet frische, selbstgemachte Pasta wie aus Italien. Ein Stückchen weiter direkt bei „Miera“ besteht die Möglichkeit, Feinkost und Wein zu erwerben. Die Galerien „AC Noffke“ und „Koch-Westenhoff“ sowie die Galerie „Ansichtssache“ zeigen unterschiedliche Arten der Kunst.

Nachdem du die Straße erkundet hast und beim „Kaffeehaus“ angekommen bist, biegst du am Ende der Straße rechts in die „Königstraße“ und dann direkt wieder rechts in die „Fleischhauerstraße“ ab. Dort befinden sich die Galerie „ARTEmani“ sowie viele individuelle Cafés und Restaurants. Empfehlenswert sind vor allem die „Cycle Roasters“, die ihren besonderen „Specialty Coffee“ verkaufen oder aber die Kontitoreibar „Uter“, die ein breites Frühstücks- und Tortenangebot anbietet. Darf es auch vegetarisch oder vegan sein? Dann eignet sich „Nitsche – Deli und Freiraum“ mit einer großen Auswahl an veganen und vegetarischen Speisen am besten. Wenn es anschließend ein Eis sein darf, dann sollte man das ohne künstliche Aromen hergestellte Eis von „Soulmates“ nicht missen.

Als nächstes biegst du links in die Straße „Bei St. Johannis“ ein und folgst dieser bis du auf die „Dr.-Julius-Leber-Straße“ triffst. Hier besteht die Möglichkeit einen Abstecher nach links zu machen und in dem Restaurant „Johanna Berger“ Platz zu nehmen. Anschließend kehrst du wieder links auf die Straße „Bei St. Johannis“ zurück und folgst dieser, welche dann in die Straße „Rosengarten“ übergeht. Sofern du einen weiteren Gang besichtigen möchtest, ist es möglich links in den „Rosen Gang“ abzubiegen.

Zurück auf der Straße „Rosengarten“ geht es weiter zur „Galerie für eine Nacht“, die sich in der Straße „Tünkenhagen“ befindet. Am Ende der Straße biegst du in die „Glockengießerstraße“ und triffst auf das „Freibackhaus“ - hierbei handelt es sich um eine kleine Bio-Backmanufaktur. Weiter geradeaus gelangst du dann zu den, sich auf der rechten Seite befindenden Höfen, wie unter anderem dem Glandorps Hof und dem Füchtingshof.

Ein weiterer Nosferatu-Drehort auf der Lübecker Altstadtinsel war der bekannte Füchtingshof in der „Glockengießerstraße“ unterhalb der Katharinenkirche. Er ist auch heute noch einer der größten und prächtigsten Stiftungshöfe in Lübeck, der seit 1639 als Wohnhof für Witwen von Schiffern und Kaufleuten diente. In seiner historischen Kulisse wurden zwei Außenaufnahmen des Filmklassikers gedreht, unter anderem für die Szene, in der Hutter einem Bekannten auf der Straße von seiner geplanten Reise in die Karpaten erzählt.

Tipp: freitags oder samstags kannst du in Anschluss an deine Tour auf einen kleinen Absacker in die Bar „Torrio’s“ gehen, die sich in der Königstraße befindet.

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