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19|06|2020

So sieht Lübecks Tourismusvision für die nächsten 10 Jahre aus

Touristisches Entwicklungskonzept für Lübeck.Travemünde bis zum Jahr 2030

Nach rund 10 Jahren hat sich die Hansestadt Lübeck erneut auf die Suche nach strategischer Orientierung in Fortschreibung des Touristischen Entwicklungskonzeptes aus dem Jahr 2010 gemacht. Mit dem Tourismusentwicklungskonzept Lübeck.Travemünde 2030 (TEK 2030) liegt nun die Tourismusvision für Lübeck und Travemünde und ein klares Handlungskonzept für die nächsten zehn Jahre vor, das von der Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 27. August 2020 beschlossen werden soll. Der Fokus liegt dabei nicht wie beim Vorgänger auf einer quantitativen Wachstumsorientierung, sondern auf einem ganzheitlichen, wertschöpfenden Destinationsmanagement, das von einer breiten Akzeptanz der Bürger:innen und der Tourismusbranche getragen wird.

Das TEK 2030 wurde von der Hansestadt Lübeck, Fachbereich 2, in Auftrag gegeben, die Federführung hat die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM) mit Unterstützung der dwif Consulting GmbH, der Tourismuszukunft – Realizing Progress GmbH &Co. KG sowie der Destination LAB GmbH übernommen. Laut aktueller Einschätzungen seitens der Fachinstitute haben Lübeck und Travemünde trotz der Corona-Krise als zwei stark von Kurzreisen und Tagestourismus profitierende Städte- und Küstendestinationen zunächst grundsätzlich gute Voraussetzungen, vergleichsweise zügig in die Phase der Regeneration einzutreten, sodass alle im Rahmen des Entwicklungskonzeptes erarbeiteten Inhalte ihre Gültigkeit behalten.

„Mit unserer Tourismusvision verlassen wir den quantitativ ausgerichteten Wachstumspfad und greifen die wichtigen Zukunftstrends und -entwicklungen auf. Das sind vor allem die Herausforderungen durch den Klimawandel, den Bedarf an Tourismuslenkung angesichts des Nachfragewachstums und einem Fokus auf Qualitätssteigerung für mehr Wertschöpfung,“ erklärt Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. „Die Berücksichtigung der Interessen der Bürger:innen für eine ganzheitliche und nachhaltige Tourismusentwicklung spielt dabei eine zentrale Rolle. Für die Tourismusstandorte Lübeck und Travemünde gilt heute mehr denn je, sich konsequent auf die eigenen Stärken und die Empathie Lübecks sowie der Bürger:innen zu ihrer Stadt und ihrem Seebad zu konzentrieren. Von vielen der vorgesehenen Maßnahmen profitieren Einheimische und Gäste gleichermaßen.“

An der Steuerung des TEK 2030 Prozesses waren alle den Tourismus berührenden Fachbereiche, Gesellschaften und Betriebe der städtischen Verwaltung durch einen ressortübergreifenden Steuerungskreis beteiligt. Somit ließ sich eine sehr enge Abstimmung und die Berücksichtigung touristischer Belange mit allen für den Tourismus relevanten städtischen Planungen realisieren und ein Konsens über die Formulierung einer Tourismusvision für Lübeck und Travemünde und den damit verbundenen Schlüsselmaßnahmen erreichen.

Tourismusvision 2030
 Im Jahr 2030 erleben unsere Gäste Lübeck und Travemünde als zwei klimafreundliche Reiseziele mit jeweils eigenem Profil:  Lübeck ist die Kulturstadt und Travemünde das Seebad an der Ostsee.
 Lübeck und Travemünde sind gleichermaßen lebenswert.  Hier gehen wir wertschätzend miteinander und unseren natürlichen Ressourcenum.

Das TEK 2030 startet nicht bei Null, sondern baut auf die Arbeit und die gemeinsamen Erfolge der vergangenen 10 Jahre auf. Konkret sind dies das TEK von 2010 sowie die Touristische Wachstumsstrategie 2020plus, die zu einer positiven Entwicklung des Tourismusstandortes Lübeck.Travemünde geführt haben. Dies zeigt sich auch im regionalen und internationalen Wettbewerbsvergleich. Das für das Jahr 2020 angepeilte Ziel von zwei Millionen Übernachtungen wurde bereits 2019 überschritten (2,047 Mio. Übernachtungen). Die Bettenzahl stieg in den letzten 10 Jahren um 67,9 Prozent auf 12.351 Betten an und auch die Auslastung konnte trotz der erhöhten Bettenzahl um rund sechs Prozent gesteigert werden. Das TEK 2030 setzt nun neue Akzente und fließt in zahlreiche städtische Fachplanungen mit ein. Es wurde bereits in den gesamtstädtischen Prozess „LÜBECKüberMORGEN integriert und in Abstimmung zu weiteren tourismusrelevanten Planungen entwickelt, sodass optimale Synergien entstehen und die Aktivitäten in eine gemeinsam getragene Entwicklung der Stadt münden.

„Das TEK 2030 basiert auf einer fundierten Analyse, an deren Erstellung viele Partner:innen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie Lübecker Bürger:innen im Austausch mit der LTM beteiligt waren, um die Akzeptanz der gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse sicherzustellen,“ erläutert Wirtschaftssenator Sven Schindler. „Es ist ein wesentlicher Ansatz des TEK, die Stadt- und Tourismusentwicklung künftig so miteinander zu verzahnen, dass touristische Entwicklungsbelange in die Stadtplanung integriert und von vorneherein mitgedacht werden können.“

Vier Handlungsfelder stehen im Rahmen des neuen Entwicklungskonzeptes im Mittelpunkt, um die Tourismusvision 2030 zu erreichen. Das übergeordnete Handlungsfeld „Markenführung & Kommunikation“ setzt die zentrale Bedeutung der Markenstrategie in den Fokus – und zwar für die Infrastruktur- und Angebotsentwicklungen sowie die Vermarktung gleichermaßen.

„Das Handlungsfeld „Markenführung & Kommunikation“ steuert alle künftigen touristischen Aktivitäten und Maßnahmen im Sinne der Markenstrategie und ist damit entscheidend für den Erfolg des TEK 2030. Das Markenmanagement und die Koordinierung der darauf aufbauenden Produktentwicklung werden eine zentrale Aufgabe der LTM im Rahmen des Destinationsmanagements sein,“ erläutert Klaus Puschaddel, LTM-Aufsichtsratsvorsitzender. „Die Lübecker:innen und Travemünder:innen sollen künftig im Sinne eines Tourismus im Dialog zu gleichwertigen Kooperationspartner:innen der Markenkommunikation werden. Auch mit ihnen sollen die Markenwerte für den lebenswerten Tourismusstandort explizit gemeinsam gelebt und weiterentwickelt werden.“

„Die Markenstrategie definiert, wie wir Lübeck und Travemünde künftig erfolgreich im touristischen Wettbewerb – national und international – positionieren und noch stärker profilieren wollen,“ verdeutlicht LTM-Geschäftsführer Christian Martin Lukas. „Wichtig für die künftige Entwicklung ist die unterschiedliche Orientierung von Lübeck- und Travemünde-Gästen. So sind maritime Aspekte für Entschleuniger:innen und Natururlauber:innen als Zielgruppen für Travemünde deutlich wichtiger als für Städtereisende, deren Schwerpunkt klar bei urbanen und kulturellen Aspekten liegt.“

Die Handlungsfelder 2 und 3 rücken die „Produkt- und Erlebnisqualität“ des Stadtgebiets und Travemündes in den Mittelpunkt, mit einem Schwerpunkt auf Inszenierung für die Lübecker Altstadtinsel und Infrastruktur sowie Angebotsentwicklung für das Seebad mit seinem Promenadenrundlauf. Das Handlungsfeld 4 „Tourismuslenkung“ trägt der Erkenntnis Rechnung, dass nur mit einer intelligenten und an nachhaltigen Zielen ausgerichteten Tourismussteuerung eine künftig erfolgreiche Tourismusentwicklung möglich sein wird. Das betrifft beispielsweise die Themen Mobilität, Verkehr, Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Nahezu alle genannten Themen des Handlungsfelds Tourismuslenkung verbindet, dass sie sich nur gesamtstädtisch glaubwürdig und unter Einbeziehung der Branchen sowie der Bürger:innen umsetzen lassen.

In den Handlungsfeldern wurden insgesamt 15 Schlüsselmaßnahmen definiert. Sie reichen vom „Markenmanagement & Produktentwicklung mit dem Fokus Tourismusbranche“ und „PopUp.Stadtkultur“ über „Qualitatives Hotelentwicklungskonzept“ und „Green Meetings Offensive im MICE-Management“ bis hin zur Erschließung der Potenziale beim Thema „Wassertourismus“ und „Digitalisierungs- & Lenkungsoffensive“. „Auch das Erlebnis Nordermole, ein Qualitätssprung in der radtouristischen Infrastruktur und das Naturerlebnis Priwall stehen im Fokus der Schlüsselmaßnahmen,“ ergänzt Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff. „Travemünde wird von der neuen Markenstrategie doppelt profitieren: als wertvoller Bestandteil der Marke Lübeck, aber auch als lebens- und liebenswertes Seebad in der Marke Ostsee.“

Die Finanzierung des TEKs 2030 erfolgt über Mittel der HL (Fachbereich 2, LTM und Kurbetrieb Travemünde) und die Förderung im Rahmen des Landesprogramms Wirtschaft (LPW) aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) bzw. des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln.

Weitere Informationen sind online abrufbar unter www.luebeck.de/tek2030