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18|01|2019

Europäisches Hansemuseum stellt Pläne für 2019 vor

Sonderausstellung zum Thema Piraterie – Jubiläumsjahr „1669 – 2019: 350 Jahre letzter Hansetag“ wird mit Veranstaltungen begleitet – Danzig wird HanseHero 2019 – Wanderausstellung zur Geschichte des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold – Besondere Eintrittspreis-Aktion für Lübecker*innen von Januar bis März – Rückblick auf 2018

Im Rahmen der Jahrespressekonferenz stellt das Europäische Han-semuseum sein Ausstellungsprogramm für 2019 vor. Ein besonderes Highlight ist die Sonder-ausstellung „Störtebeker und Konsorten – Piraten der Hansezeit?“, die vom 27. September 2019 bis 19. April 2020 gezeigt wird. Darin geht es um das Bild und die Rezeption von Piraten, die vor allem von Mythen und Legenden – wie beispielsweise der des legendären Klaus Störtebeker – geprägt sind. Das Europäische Hansemuseum wirft mit dieser Schau einen fri-schen Blick auf das Thema Piraterie und Hanse im Mittelalter und schlägt darüber hinaus ei-nen Bogen zur modernen Piraterie.

Die 2018 entwickelte Reihe „HanseHeroes – Alte Städte neu entdeckt“ wird ab dem 2. April 2019 im Burgkloster fortgesetzt. Diesjähriger HanseHero ist die Hansestadt Danzig, die im Rahmen einer Mini-Ausstellung vorgestellt wird. Besonderes Highlight ist ein Objekt aus dem Archäologischen Museum Danzigs, ein sogenannter Hansekrug aus dem 15. Jahrhundert, der von der Geschichte und Verbundenheit der Danziger Kaufleute zur Hanse zeugt. Die Präsentation Danzigs als zweitem HanseHero findet im Rahmen des übergeordneten Ju-biläumsjahres „1669 – 2019: 350 Jahre letzter Hansetag“ statt. Der letzte Hansetag fand im Juli 1669 in Lübeck statt. Verschiedene Formate zwischen Wissenschaft, Wissenschaftsförde-rung und Öffentlichkeit innerhalb und außerhalb von Lübeck thematisieren die Spätzeit der Hanse und ihr letztliches „Ende“. Beteiligt sind u.a. die Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostseeraums (FGHO) das Archiv der Hansestadt Lübeck, der Hansische Geschichtsverein, die Stadt Braunschweig und die Universität zu Kiel.

Mit der Wanderausstellung „Für Freiheit und Republik! Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold 1924 – 1933“ holt sich das Europäische Hansemuseum ab 26. Mai 2019 eine Wanderausstellung ins Haus, die ein Thema der jüngeren Geschichte beleuchtet. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, gegründet 1923, war eine parteiübergreifende Organisation zum Schutz der Demokratie, die sich gegen die in Deutschland immer stärker werdende nationalsozialis-tische Gewalt jener Zeit engagierte. Die Wanderausstellung, die von den Gedenkstätten Deutscher Widerstand entwickelt wurde, wird bis zum 7. Juli 2019 im Burgkloster des Euro-päischen Hansemuseums, ebenfalls ein Erinnerungsort mit NS-Vergangenheit, gezeigt.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wendet sich das Europäische Hansemuseum mit der Aktion „hätte – wollte – endlich – fünf“ an die Lübecker Bürger*innen: Jeden Freitag können Lübecker*innen mit aktuellem Wohnort in der Stadt oder Geburtsort Lübeck für nur 5 Euro pro Person die Dauerausstellung des Museums besichtigen. Die Aktion gilt von Januar bis März. „Unser Ziel ist es, vor allem alldiejenigen Lübeckerinnen und Lübecker zu ermutigen, die das Haus noch nicht kennen“, so Museumsdirektorin Dr. Felicia Sternfeld.

Rückblick auf 2018
Auch im vierten Jahr seit seiner Eröffnung erfreute sich das Europäische Hansemuseum einer positiven Resonanz: Rund 103.000 Besucher*innen zählte das Haus an der Untertrave im Jahr 2018. Die stärkste Besuchergruppe kam mit rund 35 Prozent aus Schleswig-Holstein, die zweitstärkste bildeten die ausländischen Gäste mit 18,5 Prozent. Im Vergleich zu rund 14 Prozent des Vorjahres ist der internationale Zuspruch des Hauses deutlich gestiegen. Die drittgrößte Besuchergruppe stammte aus Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Niedersachsen. Einer starken Nachfrage erfreuten sich erneut die Führungen des Museums: Insgesamt fan-den 2018 rund 1.500 Gruppenführungen statt. Das Feedback der Besucher*innen war dabei sehr positiv: 94 Prozent der Gäste würden das Museum weiterempfehlen – und ganze 79 Prozent würden es erneut besuchen.

Ein inhaltliches Highlight des Jahres 2018 war die Sonderausstellung „Der Konsens. Europas Kultur der politischen Entscheidung“ – ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr SHARING HERITAGE 2018 – die mit einem sechsstelligen Betrag von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wurde. Eine weitere Besonderheit war die große Jubiläumsausstellung „875 Jahre – Lübeck erzählt uns was“ – ein institutionsübergrei-fendes Lübecker Projekt, das im Museumsquartier St. Annen und im Burgkloster des Europäi-schen Hansemuseums gezeigt wurde. Die erste Ausstellungkooperation zwischen den Lübe-cker Museen und dem Europäischen Hansemuseum hat sich als ein großer Erfolg erwiesen. Neu entwickelt wurde das Mini-Ausstellungsformat „HanseHeroes – Alte Städte neu ent-deckt“, welches bekannte wie weniger bekannte Hansestädte in den Fokus rückt. Als erster HanseHero wurde Hannover mit einem Original aus dem dortigen Stadtarchiv präsentiert.

Die Eröffnung der interaktiven Kinderausstellung „Segel, Salz und Silberlinge“ (noch bis 3. März 2019 im Burgkloster zu sehen) rundete das Ausstellungsjahr ab.

Mit neuen Formaten hat auch der Bereich Bildung und Vermittlung sein Vermittlungsspekt-rum erweitert. Mit dem Workshop „Mit Feder & Tinte“, der das Thema Schriftlichkeit vom Mittelalter bis heute in den Blick nimmt, wurde ein neues Angebot für Schulklassen erarbei-tet. Zwei eigens für das Europäische Hansemuseum entwickelte Planspiele zum Hansetag so-wie zum Europäischen Rat leisten zudem einen Beitrag zur politischen Bildung und sind für Erwachsenen- und Schülergruppen dauerhaft buchbar.

Darüber hinaus wurde das gedruckte Programm, das im Januar 2018 erstmals als Leporello erschienen ist, zu einem umfangreichen Heft erweitert, das nun einen informativen Über-blick über Sonderausstellungen, Veranstaltungen sowie alle öffentlichen Führungen des ge-samten Quartals bietet.

Quelle: Europäisches Hansemuseum