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02|08|2017

Eine unvergessliche Stadtführung durch die UNESCO-Welterbe-Stadt Lübeck

Die Tourist-Information am Holstentor in Lübeck bietet ein großes Angebot für Sightseeing. Es bleiben keine Wünsche offen. Am beliebtesten ist eine klassische Stadtführung. Wir haben für Sie getestet:

Erster Stopp ist ein Muss auf jeder Stadtführung: Das Holstentor ist das wohl bekannteste Tor des Spätmittelalters in Deutschland und neben dem Burgtor das einzig erhaltene Stadttor Lübecks. Gebaut wurde es zwischen 1464 und 1478 im Zuge der Erweiterung der städtischen Befestigung.  Schon gewusst? Das Holstentor stand kurz vor dem Abriss! – Tatsächlich wurde im 19. Jahrhundert darüber diskutiert, es abreißen zu lassen. Dieser Antrag wurde 1863 jedoch mit nur einer Stimme Mehrheit von der Lübecker Bürgerschaft abgelehnt. Auf mehr Details zur gesamten Toranlage, zum Bau, zur Fassade und zur Funktion des Stadttors können sich die Teilnehmer einer Stadtführung freuen.

Nach einem kleinen Einblick in die Geschichte der Lübecker Befestigung geht es weiter – über die Holstentorbrücke, vorbei an den Salzspeichern, welche ursprünglich einmal der Lagerung des aus Lüneburg stammenden Salzes dienten. Der zweite Stopp wird an der Untertrave eingelegt. Mit Blick auf den ehemaligen Hafen, der sich zwischen Holstenstraße und Effengrube befand, wird kurz die Bedeutung der Hanse für Lübeck angerissen.

Danach geht es weiter in die Braunstraße. Der Anblick der alten Altstadthäuschen versetzt den Betrachter in die Zeit der Hanse zurück. Beim Hinaufgehen der Straße werden immer mal wieder Pausen eingelegt und der Stadtführer erklärt, wie die alten Kaufmanns- und Handwerkerhäuser genutzt wurden. Egal, ob treppenförmige Giebel aus der Gotik, Rundbögen aus der Renaissance oder geschweifte Giebelumrisse und farbig gestrichener Putz aus der Barockzeit – die unterschiedlichsten Stilrichtungen sind heute noch sichtbar.

Am Ende der Braunstraße angekommen sind es nur noch wenige Schritte bis zum Markt, auf dem der dritte Halt eingelegt wird. Hier kann man einen wunderschönen Blick auf das Rathaus und die Kirche St. Marien genießen. Etwas am Rand des Marktes steht ein Bronzemodell der Lübecker Altstadt, welches nicht nur den Aufbau der Stadt anschaulich zeigt, sondern auch mit Brailleschrift versehen ist. Es lässt sich also nicht nur sehen, sondern auch ertastet, warum Lübeck auch als „Stadt der sieben Türme“ bezeichnet wird.

Entlang der Arkaden unter den „Langen“ Lauben geht es weiter zum Buddenbrookhaus in der Mengstraße. Das Haus ist eine Gedenk-und Forschungsstätte zu Leben und Werk von Heinrich und Thomas Mann. Und wer kennt ihn nicht? Den Roman „Buddenbrooks“ von Nobelpreisträger Thomas Mann. Das heutige Museum ist Hauptschauplatz der berühmten Familiengeschichte.

Nach einem kurzen Aufenthalt geht es weiter zum Museum Behnhaus Drägerhaus in der Königsstraße, welches durch historische Räume mit Wohnensembles aus dem 18. und 19. Jahrhundert die Vergangenheit lebendig werden lässt. Nach dem Bestaunen der alten Räume wird das nächste Ziel angepeilt.

Eines der ältesten Hospitäler Europas ist das Heiligen-Geist-Hospital, das für den sozialen Fortschritt im Mittelalter steht. Noch bis in die 60er Jahre war das Hospital eine Sozialeinrichtung, die sich um Kranke und Alte kümmerte. Die winzigen Kabäuschen im Langhaus und die Vorhalle, die mit gotischen Fresken geschmückt ist, versetzt in eine frühere Zeit.

Im Anschluss an einen Bummel durch die alten Gemäuer bahnt sich der Weg in die St. Jakobi-Kirche. Auch diese ist von besonderer Bedeutung für die Lübecker Bürger. Die dreischiffige Backsteinhallenkirche ist seit dem Mittelalter die Kirche der Seefahrer. Da sie im 2. Weltkrieg nicht beschädigt wurde lohnt sich ein Besuch, denn Kastengestühl und die historische Orgel sind erhalten. Die Pamir Kapelle erinnert außerdem an den Untergang der Viermastbark „Pamir“ 1957 und ist Nationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt.

Der Weg zur letzten Station der Stadtführung führt vorbei am historischen Restaurant Schiffergesellschaft, das sich direkt gegenüber von der St. Jakobi-Kirche befindet. Das Restaurant befindet sich in einem 1535 erbauten Giebelhaus und lässt Gäste die Hanse-Geschichte hautnah erleben. Einheimische und Touristen aus aller Welt genießen hier die regionale Küche.

Das Lübecker Rathaus, welches zweifellos zu den schönsten Rathäusern Deutschlands gehört, ist der letzte Stopp der Stadtführung. Ein absolutes Muss, denn im Inneren wartet der prächtige Audienzsaal darauf, entdeckt zu werden. Erzählungen des Stadtführers zu den Verzierungen, Bildern und den Besonderheiten der Eingangstüren machen den Rundgang durch das Rathaus zu einem spannenden und unvergesslichen Erlebnis.

Fazit: Eine Stadtführung ist eine tolle Möglichkeit, Lübeck individuell kennenzulernen.

Info und Buchung:

Dauer: ca. 2 Stunden

Kosten pro Person: € 8,-

Termine 2017

Juli - Oktober   Mo. - Sa.: 11.00 Uhr,14.00 Uhr So.: 11.00 Uhr
                           Do. - Sa.: 10.30 Uhr

November        Sa. + So.: 11.00 Uhr

Dezember        Mo. - So.: 11.00 Uhr

Tourist-Information
Lübeck und Travemünde Marketing GmbH
Holstentorplatz 1
23552 Lübeck, Telefon: +49 (0) 4 51 / 8 89 97 00

 

Quelle: Madeline Willinski