In 17 Tagen

Hanseatic Reunion Quartet

Axel Fischbacher, Gitarre Peter Ortmann, Klavier Florian Galow, Kontrabass Oliver Sonntag, Schlagzeug

Der Gitarrist Axel Fischbacher ist ein Kind der Hansestadt Lübeck; der Pianist seines aktuellen Quartetts, Peter Ortmann, ist seit fast fünf Jahren Wahl-Lübecker und wird die Stadt, so seine Aussage, nicht mehr verlassen. Beide wissen schon
lange voneinander, sind sich aber zum ersten Mal im Lübecker Jazzclub LiveCV persönlich begegnet.

Dort wurde auch die Idee zu diesem Projekt geboren: Die fundamentale Form aller Jazzmusik improvisatorisch extensiv auszugestalten anhand von Kompositionen, die schon immer zum Sprachschatz des Jazz gehörte. "Extended versions", von
populären Standardkompositionen des Jazz - seinerzeit aus Musicals, Broadwayshows hervorgegangenen und von Jazz-Legenden neu interpretiert.

Beide haben ihre Spuren in der Jazz-Szene hierzulande hinterlassen und spielen regelmäßig mit anderen Lübecker Musikern und bundesweit. Gemeinsam haben sie die Idee geboren, das gemeinsame Musizieren im Jazz in eine seiner Urformen
zurückzuführen und seine Tradition von starker, spontaner und spannender Kommunikation aufleben zu lassen, jedoch in einem geschlossenen Konzept mit verbindlichem Rahmen vorzustellen.

Vier hoch qualifizierte Musiker treffen aufeinander, allein aus dem Anlass, der Urform der Kunstform des Jazz zu frönen: Der musikalischen Kommunikation in der Sprache des swingenden Jazz. Ohne Netz und doppelten Boden - und ohne Noten ebenso.
Jazz als innovative Kunstform lebt auf vielen Ebenen und birgt die Qualität, an den Ursprüngen der Musik anzusetzen, nämlich bei der Erfindung eines Ausdrucks im Moment des Geschehens. Als Zeitkunst entsteht und verklingt sie im Moment.
Dieses Wesensmerkmal teilt der Jazz mit anderen Musikrichtungen, die für die Aufführung vor einem Publikum bestimmt sind. Jedoch lässt der Jazz darüber hinaus Einzelentscheidungen auf der Bühne zu, welche im weiteren Diskurs des musikalischen Geschehens und der Dialoge aufgehen. Daher wird Jazz von Akteuren und Publikum gerne mit dem Begriff der Freiheit assoziiert und verkörpert in der Geschichte dieser ursprünglich afro-amerikanischen Musikform ein oftmals gefährdetes und gegen Widerstände verteidigtes Gut.

Zitat André Heller: "Jazz ist ein degradiertes, gedemütigtes Wort, ... fand sich als institutionalisierte Scheuklappe einiger Puritaner etikettiert. So war es lange Zeit.
Und dann kamen Leute wie Miles Davis und Herbie Hancock und viele andere und liefen mit brennenden Schlittschuhen über das Eis, daß allen das mitleidige Lächeln in den Augenwinkeln steckenblieb. Und aus dem Wirrwarr der Terminologien
destillierte man das Urwort "Musikmacher" und verzeichnete den
wiedergefundenen Kontinent "Jazz" auf den Landkarten zu beiden Seiten des Notenäquators. Man griff aus Vitaminmangel auf die akustischen Grundnahrungsmittel zurück."

Im Jazz ist den Akteuren die Freiheit zur Aushandlung von Ideen gegeben, zum Streben nach einem gemeinsamen Klang, ebenso wie zu Umwegen und zur Suche. Der Freiheitsbegriff ist ebenfalls zentral für das Potential des Jazz, Zuschreibungen
von Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft und Ethnizität zu überwinden. Die Erlangung eines unverwechselbaren Klangausdrucks ist für Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker daher essentiell. Gegenwärtige spontane Entscheidungen und
unverwechselbarer Klangausdruck artikulieren sich in der Improvisation.
Das Quartett verfolgt das Ziel einer intensiven musikalischen Kommunikation mit und untereinander im Zeitverlauf eines Musikstücks. Die Titel sind dabei den beiden großen Songbooks des Jazz entnommen, dem us-amerikanischen einerseits und
dem bereits über fünfzig Jahre angewachsenen europäischen Stückefundus entnommen.
Die Kompositionen und Improvisationen des Programms werden der Bedeutung der musikalischen Intensität angemessen zelebriert - und zwar im gleichsam metaphysischen Zusammenwirken der - bildhaft hautnahen - musikalischen Kommunikation der Musiker wie auch in der Entwicklung zu musikalisch-artistischen
Höchstleistungen der Solisten, angespornt und vorangetrieben durch die Begleitung der anderen Bandmitglieder, jeweils in der kollegialen Absicht, ein optimales musikalisches Ergebnis zu erreichen und dem Publikum ein Musikerlebnis erster Güte zu gestatten.
Dieses dergestalt definierte Kunstprinzip möge einem Lübecker Publikum - und einem solchen in der unmittelbaren nahen und weiteren Umgebung - geboten werden in Form eines Konzertabends der anderen Art, das unvergesslich zu bleiben die Absicht hat.
Das Quartett hat mit Bedacht die Form von Konzertabenden in einer fortlaufenden Reihe musikalisch sich weiterentwickelnden kreativer Ideenphasen gebracht.
Dadurch wird sich die Kommunikationsweise unter den musikalisch-instrumental Agierenden sowohl verändern als auch im besten Falle verdichten, und ein interessiertes Publikum hat die Möglichkeit, dem Ensemble rein geographisch zu folgen - es sozusagen zu verfolgen.
Die Geschichte des Jazz hat ihren Beginn in der Improvisation. Aus ihren mannigfaltigen Ausdrucksformen hat sich über die Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts eine musikalische Kunstform ergeben, die schlechthin als die originäre Musikkultur auf dem nordamerikanischen Kontinent bezeichnet werden kann, die aber auch eine globale musikalische Einflussnahme zu verzeichnen hat, alle Musik der Welt in ihre Musizierweisen integrieren konnte und auf dem europäischen Kontinent zuerst veritable Nachahmer und hernach emanzipierte kreative Protagonisten eines neuen, aktuellen Jazz hervorgebracht hat.
Das Hanseatic Reunion Quartett möchte die wesentlichen Momente dieser globalen Musikform in seinen Konzertabenden voll Intellekt, Kreativität und Spielfreude bündeln.

Auf der Karte

CVJM Lübeck

Große Petersgrube 11

23552 Lübeck

Deutschland


Gut zu wissen

Weitere Infos
feat. Axel Fischbacher
CVJM Lübeck: http://www.live-cv.de
Tickets: https://master.bagarino.de/shop/12556/{542672F8-BD4C-47D7-BC36-892BB60D7748}/

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