In 15 Tagen

4. Sinfoniekonzert

Lübeck

13.12.2020

11:00 - 12:30

Werke von Pēteris Vasks und Felix Mendelssohn Bartholdy

Pēteris Vasks (*1946)
Violinkonzert »Fernes Licht« (1996-97)

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809‑1847)
Sinfonie Nr. 4 A-Dur »Italienische« op. 90 (1833)

Der Dezember ist der dunkelste Monat des Jahres. Die Sehnsucht nach Licht ist in diesen Tagen besonders stark zu spüren – nicht nur religiöse Menschen zünden im Advent, an Weihnachten oder an Chanukka besonders viele Lichter an. Die beiden Werke dieses Programms erinnern ebenfalls an die Sehnsucht der Menschen nach Licht.

Der 1946 geborene Pēteris Vasks ist einer der meistaufgeführten Komponisten der Gegenwart. Sein Violinkonzert »Fernes Licht« schrieb der bedeutendste Komponist Lettlands für den mit ihm befreundeten Geiger Gidon Kremer. Der Titel »Fernes Licht« verweist auf den Vorschein einer besseren zukünftigen Welt, die noch nicht zu erkennen, aber schon zu erahnen ist, wie ein Licht am Ende des Tunnels: »In diesem Werk verbinden sich Freude und Trauer wie so oft in meiner Musik, aber zuletzt siegt die Hoffnung« bemerkt Vasks. Hintergrund der Komposition bildet einerseits der als »Singende Revolution« bezeichnete gewaltlosen Kampf um die Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit im Baltikum in den Jahren 1987 bis 1991. Aber auch Kindheitserinnerungen hat der Komponist in diesem tief berührenden Werk festgehalten, die durch die Begegnung mit dem Jugendfreund und die Lektüre von Kremers autobiographischen Mitteilungen »Kindheitssplitter« (1993) in ihm aufstiegen.

Die Italien-Sehnsucht der Deutschen ist spätestens seit der Zeit Johann Wolfgang von Goethes sprichwörtlich geworden: »Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn…« Das Licht spielt in Italien nicht nur am Meer eine außergewöhnliche Rolle. Im Mai 1829 brach der damals zwanzigjährige Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy zu einer Bildungsreise nach Italien auf, die ihn rund zwei Jahre die Schönheiten des Mittelmeerlandes vor Augen führen sollte. Unter den vielfältigen Licht-Eindrücken begann Mendelssohn Bartholdy seine »Italienische Sinfonie« zu konzipieren, die er 1833 in Berlin vollendete. Bereits 1831 bezeichnete der Komponist sein Werk als das »lustigste Stück, das ich je gemacht habe«, und tatsächlich ist diese Sinfonie in ihren Außensätzen von einem Elan, einer Helle und Frische geprägt, wie man sie so eher selten in Kompositionen der romantischen Epoche findet. Die Mittelsätze der Sinfonie zeigen dagegen einen deutlich melancholischeren, ja fast »nordischen« Charakter. Besonders populär ist der spritzige Finalsatz »Saltarello« (ein italienischer Springtanz in schnellem Sechsachtel-Takt) in dem Mendelssohn auf originale neapolitanische Volksweisen zurückgegriffen hat.

Auf der Karte

Musik- und Kongresshalle

Willy-Brandt-Allee 10

23554 Lübeck

Deutschland


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