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Königin der Hanse

Lübeck wird im Jahre 1143 als erste deutsche Stadt an der Ostsee gegründet. Die Lage ist äußerst erfolgversprechend: Von den Flüssen Wakenitz und Trave schützend umgeben, ist von hier aus Schiffahrt auf der Ostsee möglich. Der Stadtherr lässt Kaufleute aus Westfalen, vom Rhein, aus Friesland und Sachsen anwerben, die der jungen Stadt zur Blüte verhelfen sollen. Doch Überfälle, Brandkatastrophen und Streitigkeiten zwischen Stadtgründer Adolf von Schauenburg und Lehnsherr Heinrich dem Löwen führen immer wieder zur Stagnation. Erst als Heinrich der Löwe die Stadt 1159 erneut gründet, ist dem Vorhaben Erfolg beschieden.

Auf zu neuen Ufern - Die Kaufleute nehmen von Lübeck Kurs auf die Heringsmärkte in Schonen, sie fahren schon im 12. Jahrhundert nach Gotland und weiter ins Baltikum, ja, sogar bis nach Novgorod, die Brücke nach Osteuropa ist geschlagen. Von Lübeck gehen weitere Stadtgründungen aus: Wismar, Rostock, Stralsund, Greifswald, Stettin, Danzig, Elbing, Königsberg, Riga, Reval und Dorpat werden mit Lübschem Recht ausgestattet. Und so ist es Lübeck, das zum Haupt der Hanse aufsteigt und Vorsteherin in diesem Verband wird, der die Wirtschaftsmacht des Mittelalters ist. Die Hanse hat keine eigene Kriegsflotte, keine Soldaten, sie besitzt keine Exekutive und kein eigenes Budget, doch der Kaufmann der "dudeschen hense" ist überall geachtet und zuweilen wohl auch  gefürchtet. Die Kontakte der Lübecker Kaufleute reichen vom Orient über Venedig bis nach Rußland. In den wichtigsten Städten werden Hansekontore eingerichtet: der Peterhof in Novgorod, der Stalhof in London, die Deutsche Brücke in Bergen und das Haus der Osterlinge in Brügge. Der Lübecker des Mittelalters ist ein Weltbürger, und - obwohl in seinem Herzen mit der Stadt verwachsen - überall zu Hause.

Das bevorzugte Transportmittel ist die Kogge. Damit trotzt der Kaufmann Wogen und Wellen und auch den Seeräubern, um seine Waren ans Ziel zu bringen. Die Ostsee ist die Lebensader Lübecks, und so kann es nicht verwundern, daß die Lübecker, die ihre Stadt geschützt im Landesinneren errichteten, sich trotzdem den Seezugang sichern: 1329 mit dem Kauf von Travemünde! Als sie das Örtchen für 1060 Mark Lübsch erwerben, ahnen sie noch nicht, daß daraus einmal eines der traditionsreichsten Seebäder und ein großer Fährhafen wird.
 
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kachel.gif Museumshafen
Hinter der über 100 Jahre alten Drehbrücke vor der malerischen Altstadtkulisse von Lübeck  liegt der Heimathafen von über 20 noch seetüchtigen historischen Segelschiffen.

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