St. Marien

©Katharina Pierre©Sven-Erik Arndt©Torsten Krüger

Besichtigen Sie in der Stadt der 7 Türme die drittgrößte Kirche Deutschlands und erfahren Sie, was der Teufel und eine Maus mit der Kirche St. Marien gemeinsam haben.

St. Marien ist die Kirche des Rates der Hansestadt Lübeck. Die Backsteinbasilika gilt als Mutterkirche der Backsteingotik im Ostseeraum. Erstmals wurden die Formen der französischen Kathedralgotik auf den in Norddeutschland verwendeten Backstein übertragen

In ihrem Inneren birgt St. Marien zahlreiche Kunstwerke: Das Triumphkreuz von Gerhard Marcks im Hochchor über dem Swarte Altar von 1495 ist hier ebenso beheimatet wie die größte mechanische Orgel der Welt. Von 1667 bis 1707 war der berühmte Kirchenmusiker und Komponist Dietrich Buxtehude Organist und Werkmeister an St. Marien.

Einzigartig in ihrer Ausdruckskraft ist die Gedenkkapelle im Südturm mit den beiden Kirchenglocken, die beim Luftangriff 1942 auf den Steinboden herabstürzten. Die Backsteinbasilika besitzt eine mittelalterliche Ausmalung, das größte Geläut Schleswig-Holsteins und ein Glockenspiel mit 36 Glocken aus der Katharinenkirche in Danzig.

Die beiden Totentanzfenster nehmen die Motive und Gestalten des hier 1942 verbrannten Fries vom Lübecker Totentanz auf.

Drei Geschichten erzählt man sich über St. Marien:

1.) Die Legende von der Kirchenmaus Rosemarie

Vor vielen hundert Jahren, als die Marienkirche noch ganz neu war, wuchs neben ihr ein großer Rosenstock. So lange er blühte, glaubten die Lübecker Bürger, werde ihre Stadt frei bleiben. Eines Morgens aber war der Rosenstock welk und verdorrt. Eine Maus, so hieß es, habe ein Nest an seine Wurzel gelegt.

Bald darauf musste sich Lübeck den Dänen ergeben. Als die Stadt wieder frei war, ließ der Rat der Stadt die Maus hinter dem Chor in Stein hauen - als Mahnung, dass aus kleinem Übel über Nacht großes Unglück entstehen könne.

Doch die Lübecker und ihre Gäste schlossen die kleine Kirchenmaus über die Jahrhunderte in ihr Herz. Sie nannten sie Rosemarie, und wer ihr steinernes Abbild berührt, dem bringt das Glück. So sagt man jedenfalls.


2.) Die Legende vom Teufel von St. Marien

Als die Lübecker dabei waren, die Marienkirche zu bauen, kam der Teufel des Wegs und fragte, was sie da bauten. "Ein großes Wirtshaus", logen sie, um ihn nicht zu verärgern. "Ein Wirtshaus? Ein Ort von Laster und Trunk?“ Das gefiel dem Teufel, und er half mit, so dass der Bau schnell voranging.
 
Erst als die Kirche fast fertig war, merkte der Teufel, dass die Lübecker ihn reingelegt hatten. Wütend nahm er einen riesigen Stein, um den Bau wieder zu zerstören. Da sagten sie ihm, sie wollten gleich nebenan wirklich ein großes Wirtshaus bauen, den Ratskeller. Der Teufel ließ den Stein fallen, so dass er dicht neben der Kirche zu liegen kam. Dort liegt er noch heute, und auf ihm sitzt ein Teufel aus Bronze, den der Bildhauer Rolf Goerler 1999 schuf.


3.) Die Legende vom „Steinalt“


Ein alter, steinreicher Lübecker Kaufmann wollte nicht sterben. Immer wenn der Tod kam, ihn zu holen, schickte er ihn weg. Schließlich wurde er so alt, dass er niemanden mehr kannte, denn alle waren ihm weggestorben, sogar seine Kinder und Enkel.

Jetzt wollte er doch nicht mehr am Leben sein, aber der Tod wollte nicht mehr zu ihm kommen. Der Kaufmann suchte ihn nachts in der Marienkirche. Er kletterte über eine Leiter, die Arbeiter stehen gelassen hatten, unters Dach und wartete dort. Er wartete so lange, bis er geschrumpft und versteinert war.

Schaut man außen an der Briefkapelle ganz nach oben, erkennt man ihn: eine verwitterte Steinfigur zeigt einen ängstlich kauernden, alten Mann.  

Schüsselbuden 13
Tel.: +49 (0) 4 51/39 77 00 
www.st-marien-luebeck.de

Öffnungszeiten:
4. Okt. - 10. Jan.: täglich 10.00 - 17.00 Uhr
11. Jan. - 31. März: täglich 10.00 - 16.00 Uhr
1. April - 3. Okt.: täglich 10.00 - 18.00 Uhr  

Eintritt "Marientaler" 
Erwachsene: € 2,-
Für Kinder, Jugendliche, Mitglieder der Gemeinde und Besucher, die die Kirche ausschließlich zum Gebet nutzen wollen ist der Eintritt frei.
Studenten, Arbeitssuchende, Menschen mit Behinderung und Besucher in geführten Gruppen ab zehn Personen: € 1,50
Für den Besuch von Gottesdiensten und der Mittagsandacht wird der Marientaler nicht erhoben.  

Kirchenführungen in der St. Marienkirche:
Vom 2. Mai bis 31. Okt.: werktags um 12.15 Uhr
Vom 2. Mai bis 30. Sept.: werktags zusätzlich um 15.00 Uhr
Im Advent: werktags um 12.15 Uhr
Dauer 1 Stunde, Spende erbeten

Turm und Gewölbeführungen in der St. Marienkirche:
Öffentliche Führungen
Vom 1. April bis 31. Dez.: samstags um 15.15 Uhr
Vom 1. Juni bis 30. Sept.: zusätzlich mittwochs 15.15 Uhr
Am letzten Samstag des Monats: zusätzlich 20.30 Uhr
Erwachsene: € 5,-
Schüler und Studenten: € 3,-
Familienkarte: € 10,-

Sonder- und Themenführungen möglich.
Anfragen unter +49 (0) 4 51/7 73 91

Der Zutritt ist mit fremder Hilfe barrierefrei möglich.

 

Tipp: Machen Sie ein Foto mit dem Teufelchen vor der Marienkirche, streicheln Sie die versteckte Maus, das bringt Glück  und lauschen Sie der Mittagsandacht untermalt von Orgelmusik.

 

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